xtramper:in hat die Fragen per PN-Bereich gestellt. Dort werde ich sie beantworten. Es sind alles konstruktive Fragen.
Doppelrocks Störmanöver habe ich überflogen und ignoriere es.
Wenn ich hier auch über Greenfaith schreiben soll, mache ich es auf freundliche Anfrage gerne, aber dann eher in einem eigenen Thread.
Hier aber noch ein anderes Erlebnis von heute: Ich war bei uns im MIGRApolis-Haus in einer Lesung der russlanddeutschen Autorin Elena Penner. Ihr wurde von der Moderatorin die Frage gestellt, ob es Kleidung gebe, die sie verbieten würde. Sie meinte, sie sei dafür, dass Frauen tragen dürfen, was sie wollen. Ich fragte dazwischen: "Und Männer?" Die trügen eh, was sie wollen, meinte sie. Und dann erläuterte sie, sie sei immer zu Kleidung mit Knöpfen im Bauchbereich gedrängt worden, die würde sie am ehesten verbieten. Sie meinte also, Frauen sollten auch Leggins tragen dürfen, damit sie nichts im Bauch zwicke.
Später erklärte ich ihr, dass auch Männer nicht immer tragen, was sie wollen, sondern oft das, womit sie von anderen Männern respektiert würden. Ich hätte z.B. lange gebraucht, um mich zu trauen, Röcke zu tragen. Frauen hätten viel mehr Auswahl an Kleidung als Männer. Das bestätigte sie und meinte, sie habe mit Absicht übertrieben. Ein Mitarbeiter des Museums für Russlanddeutsche Kultur in Detmold meinte, er habe an warmen Sommertagen so oft die Frauen um ihre luftigen Kleider beneidet. Ich sagte, er könne das ja ruhig tragen. Nee, nicht da, wo er damals gearbeitet habe, meinte er. Klasse Beispiel für die Kleidungsunfreiheit von Männern! Die Autorin nahm indes mein Rocktragen ganz normal zur Kenntnis. Und auch als ich darauf hinwies, dass mein Hemd und meine Stiefeletten aus der Damenabteilung seien, weil man solche nicht bei den Herren finde, aber trotzdem merke man das nicht, bestätigte sie, dass man das nicht sähe.
Das war auch wieder ein schönes Erlebnis der Akzeptanz und des Respekts.
LG, Micha